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7. Dezember 2019
„Mozart, ein Romantiker?“ fragt das Mozartfest Würzburg 2019

Auch in der 98. Saison ist eine enge programmatische Verzahnung von künstlerischem und inhaltlichem Anspruch die DNA des Festivals. Hochkarätig besetzte Konzerte an insgesamt 26 Spielstätten und ein umfangreiches Rahmenprogramm bieten Gelegenheit, Mozart im Kontext der Romantik zu ergründen.

Vom 24. Mai bis 23. Juni 2019 geht es in 75 Konzerten und vielgestaltigen Hör- und Erfahrungsräumen um die kontrovers diskutierte Frage, ob Klassik und Romantik als Einheit verstanden werden können – oder nicht. Es geht weniger um Epochenbegriffe, als um innere Dimensionen von Komponisten und Werken. Warum wirkte Mozart so stark ins 19. Jahrhundert hinein?

Artiste étoile ist diesmal ein international gefragter Liedsänger und weltweit gefeierter Mozart-Interpret der jüngeren Generation: der Tenor Julian Prégardien. In fünf von ihm dramaturgisch anspruchsvoll und exklusiv geplanten Konzertprojekten (7 Konzerte) – unter anderem mit einem Artiste-étoile-Vorgänger, dem Pianisten Kit Armstrong (5. Juni) –  spürt er dem Weg von der Klassik zur Romantik nach.

Das diesjährige Komponistenporträt ist der mehrfach ausgezeichneten Wahl-Berlinerin Unsuk Chin gewidmet. Die gebürtige Koreanerin wurde erst kürzlich mit dem Kravis Preis der New Yorker Philharmoniker geehrt. Die ästhetischen Grundlagen Neuer Musik lernte sie bei György Ligeti. Mozart nennt sie dabei eines ihrer inspirierendsten Vorbilder. Für das Kaisersaal-Konzert mit der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker hat sie eigens für das Mozartfest eine neue Fassung einer Suite aus ihrer Oper „Alice in Wonderland“ geschrieben – als Auseinandersetzung mit dem Festivalthema (10. Juni).

Von den sogenannten Romantikern wurde Mozart schnell als einer der Ihren aufgenommen. Vor allem sein Dramma giocoso Don Giovanni gilt als wichtigste Mozart-Oper im 19. Jahrhundert und darf daher im Programm nicht fehlen. Sie ist Ausgangspunkt für eine Reihe von Veranstaltungen von der originalen Oper im Kaisersaal bis zur multimedialen Collage mit dem Sounddesigner Paolo Bragaglia und dem Multimediakünstler Lillevan im Central des Bürgerbräu (21. Juni). Die Lautten Compagney Berlin unter Wolfgang Katschner hat für ihre konzertante Opernnacht im Kaisersaal der Residenz eine Riege erstklassiger junger  Mozartstimmen eingeladen (8. Juni). Daneben kehren Weltklasse-Künstler zurück, die das Mozartfest in den letzten Jahren bereichert haben: Pierre-Laurent Aimard, Isabelle Faust, Kristian Bezuidenhout, Nils Mönkemeyer und das Schumann Quartett gehören ebenso dazu wie Sakari Oramo und Jonathan Nott (erstmals mit seinem Orchestre de la Suisse Romande). Heinz Holliger setzt seinen Schubert-Zyklus fort. Mit Hervé Niquet und Le Concert Spirituel führt das Mozartfest seine Reihe mit Originalklang-Experten weiter, in der bereits John Eliot Gardiner, Marc Minkowski und René Jacobs zu Gast waren. Mit Les vents français kommt schließlich das Who’s who vom Bläserolymp nach Würzburg: Emmanuel Pahud,  Paul Meyer, Gilbert Audin, Radovan Vlatković ergänzt durch den Pianisten Eric Le Sage.

Clara Schumann, einer der großen Mozart-Interpretinnen und zentralen Künstlerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts ist eine Konzertinsel gewidmet: In vier Konzerten – unter anderem mit Ragna Schirmer und Lise de la Salle, die in Claras Spuren treten – sowie mit der Uraufführung von durch Aribert Reimann bearbeiteten Liedern Claras (13. Juni) wird die große Komponistin und Pianistin anlässlich ihres 200. Geburtstags gewürdigt.

Romantik, das heißt auch: Sehnsucht nach Natur. Kein anderes Instrument symbolisiert das mehr als das Horn. Mit den beiden Ausnahmehornisten Christoph Eß und Radovan Vlatković wird diesem instrumentalen Schwerpunkt eine prominente Besetzung verliehen. Die Bamberger Symphoniker bringen in der Reihe „Bruckner im Dom“ unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jakub Hrůša eines der imposantesten Werke der Symphonik nach Würzburg: Anton Bruckners „romantische“ 4. Symphonie; eine veritable Horn-Symphonie (1. Juni). Wie kaum ein zweites Orchesterwerk vermittelt es das Gefühl von Natur und die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten als Introspektive. Natur erleben und gleichzeitig auf den Spuren von Goethe, Rückert und Wagner die Würzburger Romantik zu erwandern, dazu lädt das Mozartfest an drei Feiertagen ein mit der „Musikalisch-literarischen Wanderung“ entlang des Nikolausbergs (30. Mai, 10. Juni, 13. Juni).

Auch im MozartLabor (8. bis 11. Juni), das in sein sechstes Jahr startet, steht das Festivalthema im Mittelpunkt. Mit der Porträtkomponistin Unsuk Chin, dem Artiste étoile Julian Prégardien sowie namhaften WissenschaftlerInnen, Kultur- und Medienschaffenden gehen die Labor-Dozenten gemeinsam mit künstlerischen, musik- und medienwissenschaftlichen StipendiatInnen auf Erkundungsreise. Wie lässt sich Mozart in der Klassik-Romantik-Dichotomie verorten? Daneben erkunden junge SängerInnen und PianistInnen unter der Leitung des renommierten Liedpianisten Gerold Huber das Romantische im Lied. Ein „Quartett der Kritiker“ vom Preis der Deutschen Schallplattenkritik rückt die rezeptionsästhetische Seite ins Hörfeld und diskutiert alte und neue Liedaufnahmen.

Neue Spielstätten werden 2019 erobert: das stilvoll renovierte Gut Wöllried, St. Michael in Thüngersheim, das Museum am Dom, die Kilianskapelle vom Exerzitienhaus Himmelspforten. Auch der Weiße Saal der Residenz wird unter neuem Kronleuchter-Glanz mit zwei Klavierabenden zum Klingen gebracht. Im prunkvollen Balthasar-Neumann-Treppenhaus der Residenz gibt es unter dem größten Deckenfresko der Welt Vokalmusik als krönenden Abschluss des Wandelkonzertes mit dem Bachchor Salzburg (21. Juni).

Die Medienpartnerschaften im Bereich Radio und Fernsehen sind mit dem Bayerischen Rundfunk, Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und der Deutschen Welle erneut breit aufgestellt. Die Anzahl der Konzertmitschnitte und –übertragungen ist so hoch wie nie zuvor. Das Eröffnungskonzert wird als Video-Livestream und live im Hörfunk von BR-Klassik übertragen (25. Mai). Insgesamt werden 13 Konzerte für 19 Radioübertragungen mitgeschnitten.

Die Finanzierung des Mozartfestes ist stabil aufgestellt und nimmt eine positive Entwicklung. Der Gesamtetat für 2019 beträgt 2,19 Mio. Euro, die Stadt Würzburg als Trägerin fördert das Festival mit 600.000 Euro. Das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat eine Erhöhung der Förderung auf 250.000 Euro als Anerkennung der Qualität des Festivals in Aussicht gestellt. Die Bayerische Schlösserverwaltung, der Freundeskreis, Stiftungen und Sponsoren sowie der Unternehmerkreis sind die wichtigen Partner des Mozartfestes. Es konnten neue Sponsoren gewonnen werden: AWO Unterfranken, Würzburger Hof, die Sektkellerei Höfer sowie zwei neue Mitglieder im Unternehmerkreis. Der Krick Verlag und die Vogel Stiftung setzen ihr Premiumsponsoring 2019 fort, ebenso wie die va-Q-tec AG dem Festival als Hauptsponsor verbunden bleibt.

Mozartfest für alle: Das Programmbuch zum Mozartfest 2019 ist ab sofort erhältlich. Es wird auf Wunsch zugesandt und ist auch im Internet unter www.mozartfest.de abrufbar. Der schriftliche Kartenvorverkauf beginnt am 7. Dezember. Ab dem 14. Januar ist das Mozartfest-Kartenbüro im Würzburger Rathaus telefonisch und für persönliche Beratungen geöffnet. Karten kosten zwischen 5 und 185 €. Schüler, Auszubildende  und Studierende erhalten 50% Ermäßigung auf reguläre Karten sowie Last-Minute-Tickets zum Einheitspreis von 12 €. Wer das Mozartfest hautnah und ganz ohne Eintrittskarte erleben will, für den wird am Mozarttag (25.05.) die gesamte Innenstadt zur klingenden Bühne.

Pressetext Mozartfest Würzburg 2019 Pressetext Mozartfest Würzburg 2019, 689 KB

Die gekürzte Version des Pressetextes finden Sie hier:

Pressemeldung Mozartfest Würzburg 2019 Pressemeldung Mozartfest Würzburg 2019, 375 KB
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